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10.08.10 // KCFreePress.com: Interview mit The Appleseed Cast

Ein kleines Interview wurde vor einigen Tagen mit Gitarrist Aaron Pillar und Schlagzeuger John Momberg geführt. Nachzulesen im O-Ton ist das Ganze auf kcfreepress.com. Übersetzt liest sich das Ganze dann in etwa wie folgt:
Auch nach 13 Jahren und sieben Alben haben The Appleseed Cast aus Lawrence noch eine große Zukunft vor sich. Erst kürzlich unterschrieb die Band bei Graveface Records und begab sich auf eine große Amerika-Tour. Aaron Pillar und John Momberg erzählen von ihren besten Band-Erfahrungen und über ihre Liebe zum Mittleren Westen.
Was mögt ihr am meisten an der Musikszene in Kansas City und dem Mittleren Westen?
Aaron Pillar: Die drückende Hitze und Feuchtigkeit, den frostigen Regen, Freunde, lange Fahrten auf dem Interstate-70 und die Gemeinschaft.
John Momberg: Ich habe in Lawrence 15 Jahre gelebt. Der Mittlere Westen vermittelt eher so eine Art Arbeiter-Gefühl. Ich denke, dass lässt sich auch auf die Musikszene übertragen. Die Leute hier arbeiten sehr hart um etwas zu werden. Die Menschen und Bands hier können sich nicht auf den Namen ihrer Stadt berufen um Anerkennung zu bekommen. "Oh, wir sind aus Los Angeles" - und es hagelt sofortige Aufmerksamkeit. So ist es hier jedoch nicht. Hier müssen sie ihr Ding machen, und das noch möglichst gut. Aber ein Vorteil des Mittleren Westens ist es, dass du die selbe Entfernung zu jedem Ort dieses Landes hast. So ist es beispielsweise einfacher, beide Küsten entlang auf Tour zu gehen.
Gibt es für euch einen Lieblingsveranstaltungsort in Kansas City?
Aaron Pillar: Ich mag die Record Bar in KC und das Bottleneck in Lawrence.
John Momberg: Ich mag ebenso die Record Bar. Immer toller Sound und tolle Leute, die sich dort tummeln. Ich hab nie im Uptown gespielt, aber ich würde es gerne mal. Überhaupt mag ich solche großen, geschichtsträchtigen Auftrittsorte.
Was ist Inspiration für eure Musik?
Aaron Pillar: Die Liebe, das Leben, Freunde. Und die Lächerlichkeit der modernen Alltagsrealität.
John Momberg: Liebe, Leben, XBox, Kaffee, Tofu.
Und wie würdest du jemandem The Appleseed Cast beschreiben, der noch nie davon gehört hat?
Aaron Pillar: Rock. Lauter Rock.
John Momberg: "Not your daddy's rock n roll."

Wie habt ihr euch gegründet?
John Momberg: Die Band startete in Kalifornien. Chris und Aaron trafen sich dort, und begannen gemeinsam Musik zu machen. Nach dem Umzug nach Lawrence Ende der 90er und einem Besetzungswechsel, haben sie eine handvoll Alben aufgenommen und sind ständig rumgetourt. Nate Whitman und ich traten der Band 2008 bei. Seitdem wurde mit uns Gehirnwäsche betrieben.
Aaron Pillar: Crisci und ich waren beide als Zoowärter in Indien angestellt und trainierten mit Königstigern. Es war eine richtige Knochenarbeit. Der Drang in uns Musik zu machen war stark und eigentlich waren es die Tiger selbst, die sich in Menschen verwandelten und uns sagten, wir sollen in den Mittleren Westen ziehen um unseren musikalischen Traum zu verwirklichen.
Erzählt mir was ihr tut, wenn ihr mal nicht bei der Band seid.
Aaron Pillar: Ich besitze eine Catering-Firma, ruf mich an, wenn dir nach Kulinarischem ist.
John Momberg: Gelegentlich arbeite ich in einer lokalen Wasserstelle, Harbour Lights. Es ist so ein Teilzeitjob. Das ist günstig um mehr Freizeit zu haben. Und außerdem schmerzt es nicht so, wenn du in Schichten arbeiten sollst. Das ist etwas, was ich gelernt habe im Leben als Tour-Musiker: du kannst nicht zu viele Teilzeitjobs haben.
Was waren eure unvergesslichsten Momente auf Tour (zu Hause und andernorts)?
Aaron Pillar: Da gibts viele Dinge. Menschen, die in Bahnhofstationen in England schliefen. Ein Fan, von dem wir annahmen, er wolle Chris umbringen. 400 Autogramme in Taiwan zu schreiben. Tattoos in Kroatien zu bekommen.
John Momberg: Das erste und einzige Mal, dass ich einen Tornado sah... wir fuhren gerade von Atlanta nach Nashville. Es war ein fürchterlicher Sturm und mit einem Mal wurde es ruhig und es hörte auf zu regnen. Wir fuhren also auf dem Highway und ohne Witz, auf total surreale Weise wie in einem Film, entstand der Tornado vor uns auf dem Highway und nahm zwei Schwerlaster von der Straße. Er zog weiter und tötete eine handvoll Leute in Murfreesboro. Es war irgendwie ironisch, nachdem ich 15 Jahre in Kansas verbrachte, musste ich nach Tennessee fahren um mal einen Tornado zu sehen.
Erzählt was von euren besten Momenten mit der Band.
Aaron Pillar: Das Aufnehmen des PEREGRINE-Albums in Minnesota, dann das Konzert in Tokio, sowie die letzten Low Level Owl-Touren. Dies nach 13 Jahren nochmal neu zu betrachten, gab uns nochmal einen Schub und zeigte, dass das beste erst noch kommen wird.
Wie denkt ihr hat sich die Musik während eurer Bandkarriere entwickelt?
Aaron Pillar: Wir sind alle bessere Musiker geworden. Älter, weiser. offener für verschiedene Musikgeschmäcker. Die technologischen Fortschritte helfen außerdem beim Prozess Ideen wiederaufzuarbeiten und Musik aufzunehmen.
John Momberg: Ich würde sagen Chris und Aaron sind dabei ihren Stil zu finden. Und eine gute Band bleibt niemals bei einer Sache stehen. Ich denke es gibt Momente, wo wir "wie The Appleseed Cast klingen", dann aber auch Augenblicke, wo alles offen zu sein scheint. Und für einen Musiker ist das sehr befreiend. Es gibt immer Erwartungen, aber ich denke Musik sollte immer voran schreiten und nie klingen wie nochmals aufgewärmt.
Was dürfen wir als nächstes von The Appleseed Cast erwarten?
Aaron Pillar: Noch mehr Musik, mehr Alben, Abenteuer, alles heute.
John Momberg: Album, Tour, Liebe. Wiederholung.
- Interview: Valerie Skubal für KCFreePress.com / 09.08.2010 -
- RP -


